Advent & Weihnachten
Wichteltür: So zieht der Wichtel ein, und was er im Advent anstellt
von Mara Lichtenau · November 2026
Irgendwann Ende November klebt in vielen Wohnungen eine winzige Tür an der Fußleiste. Ab dann wohnt dort jemand. Er schreibt Briefe, klaut Socken, baut nachts Schneemänner aus Klopapier und ist morgens nie zu sehen. Eine schöne Idee, solange sie nicht zur zweiten Vollzeitstelle wird.
Kurz gesagt
Eine Wichteltür ist eine kleine Tür an Wand oder Fußleiste, hinter der im Advent ein Wichtel wohnt. Er zieht meist am 1. Dezember ein, hinterlässt Briefe und kleine Streiche und verabschiedet sich an Heiligabend. Ihr braucht eine Tür, ein paar Miniaturen und zwei Minuten pro Abend. Mehr nicht.
Woher kommt der Brauch?
Die Wichteltür hat Vorbilder in Skandinavien, wo Hauswichtel wie der Nisse oder Tomte seit Langem zur Weihnachtszeit gehören. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Tür an der Fußleiste in den letzten Jahren vor allem über Familienblogs und Social Media bekannt geworden. Feste Regeln gibt es nicht. Jede Familie erfindet ihren Wichtel selbst, und genau das macht den Reiz aus.
Was ihr braucht
- Eine Tür. Aus Holz gekauft oder aus Pappe selbst gebastelt. Sie wird nicht geöffnet, sie steht einfach da.
- Ein Platz an der Fußleiste. Am besten dort, wo das Kind morgens zuerst vorbeikommt. Mit doppelseitigem Klebeband oder Knete befestigen, dann bleibt die Wand heil.
- Ein paar Miniaturen. Eine kleine Leiter, ein Fußabtreter, ein winziger Briefkasten. Zwei oder drei Teile reichen.
- Papier und einen dünnen Stift. Wichtel schreiben klein. Sehr klein.
Eine Figur braucht ihr nicht. Der Wichtel bleibt unsichtbar. Das ist praktisch, denn so kann er auch nichts falsch machen.
Wann kommt der Wichtel, wann geht er?
In den meisten Familien zieht er in der Nacht zum 1. Dezember ein und verabschiedet sich an Heiligabend. Manche lassen ihn schon am letzten Novemberwochenende ankommen, damit der Start nicht mit dem ersten Adventskalendertürchen zusammenfällt. Beides funktioniert. Wichtig ist nur, dass der Abschied angekündigt wird. Ein Wichtel, der einfach verschwindet, sorgt am 25. Dezember für Tränen.
12 Wichtel-Ideen mit wenig Aufwand
Der Wichtel muss nicht jeden Tag etwas anstellen. Drei, vier Mal pro Woche reicht völlig. An den anderen Tagen schläft er. Wichtel schlafen viel.
- Fußspuren aus Mehl vor der Tür. Mit dem Finger getupft, fertig.
- Ein Brief im Briefkasten, in dem sich der Wichtel vorstellt: Name, Alter (gern 312 Jahre), Lieblingsessen.
- Vertauschte Socken in der Schublade. Jeder Wichtel hat eine Sockenschwäche.
- Ein umgedrehtes Bild an der Wand. Niemand weiß, warum.
- Ein Mini-Wäscheständer aus Zahnstochern mit Puppenkleidung oder Taschentuchfetzen.
- Eine Rosine oder ein Krümel Plätzchen mit Bissspur vor der Tür.
- Ein Wunsch nach Hilfe: „Ich habe meinen Schal verloren. Kannst du ihn suchen?“ Und dann ein Stück Wolle irgendwo im Zimmer.
- Ein kleines Rätsel, dessen Lösung zu einer Kleinigkeit führt.
- Glitzer auf dem Fensterbrett, als wäre jemand durchs Fenster gekommen. Wer Glitzer im Haus nicht erträgt, nimmt Zucker.
- Ein Dankesbrief, weil das Kind beim Tischdecken geholfen hat.
- Eine Bitte um Ruhe: „Heute Nacht war es so laut, ich konnte nicht schlafen.“ Wirkt manchmal Wunder beim Zubettgehen.
- Ein Abschiedsbrief an Heiligabend, mit dem Versprechen, nächstes Jahr wiederzukommen.
Was schreibt der Wichtel?
Wichtelbriefe sind kurz, freundlich und ein bisschen chaotisch. Ein paar Beispiele zum Abschreiben:
Zum Einzug: „Hallo! Ich bin Fips und wohne ab heute hinter der kleinen Tür. Bitte nicht klopfen, ich schlafe tagsüber. Nachts bin ich wach. Ich mag Haferflocken.“
Zwischendurch: „Ich habe deine Socken ausgeliehen. Sie waren sehr warm. Du bekommst sie zurück. Vielleicht.“
Zum Abschied: „Ich muss jetzt los, der Weihnachtsmann braucht jede Hand. Danke, dass ich bei dir wohnen durfte. Bis nächstes Jahr. Dein Fips“
Ein Tipp aus der Praxis: Schreibt die Briefe vorab an einem Abend und legt sie in einen Umschlag. Dann ist der Wichtel auch an Tagen zuverlässig, an denen die Eltern es nicht sind.
Wenn der Wichtel zur Arbeit wird
Es gibt Familien, in denen der Wichtel jeden Morgen eine kleine Kunstinstallation hinterlässt. Wer das liebt, soll es machen. Alle anderen dürfen wissen: Kinder freuen sich über einen Krümel und einen Satz genauso. Und wenn ihr einen Abend vergesst, hat der Wichtel eben verschlafen. Das passiert im Advent den Besten.
Wer Tür und Briefe mit einer Geschichte für jeden Abend verbinden möchte, kann den Wichtel auch über einen Buch-Adventskalender sprechen lassen.
Wichtelbriefe zum Ausdrucken
Keine Lust, jeden Abend selbst zu formulieren? Unsere Vorlage hat vier kleine Briefe auf einer A4-Seite: Einzug, Socken-Beichte, ein Danke mit Platz zum Selberschreiben und den Abschied an Heiligabend. Ausdrucken, ausschneiden, einmal falten. Den Namen eures Wichtels tragt ihr selbst ein.

PDF, eine Seite A4, ca. 300 KB. Für den privaten Gebrauch.
Ein Wichtel für 24 Abende
Pelle und die verlorenen Wunschzettel
Pelle ist ein Wichtel aus dem Weihnachtspostamt. In der Nacht zum 1. Dezember fliegen alle Wunschzettel davon, und Pelle braucht ein Kind als Helfer, um sie bis Heiligabend zurückzuholen. 24 kurze Geschichten zum Vorlesen, jeden Tag mit Bilderrätsel und Familienidee. Passt hervorragend hinter jede Wichteltür.
Häufige Fragen
Was ist eine Wichteltür?
Eine kleine Tür, die im Advent an Wand oder Fußleiste befestigt wird. Dahinter wohnt angeblich ein Wichtel, der Briefe schreibt und kleine Streiche spielt. Der Brauch hat Vorbilder in Skandinavien.
Wann kommt der Wichtel?
Meist in der Nacht zum 1. Dezember. Manche Familien lassen ihn schon Ende November einziehen. Er verabschiedet sich in der Regel an Heiligabend.
Muss der Wichtel jeden Tag etwas machen?
Nein. Drei bis vier Aktionen pro Woche reichen. An den anderen Tagen schläft er, das gehört dazu.
Ab welchem Alter lohnt sich eine Wichteltür?
Etwa ab drei Jahren, wenn Kinder kleine Veränderungen bemerken und sich auf Briefe freuen. Am stärksten wirkt sie bei Kindern zwischen vier und acht.
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