Advent & Weihnachten

Nikolausstiefel füllen: 15 Ideen ohne Süßigkeiten

von Mara Lichtenau · November 2026

Am Abend des 5. Dezember stehen in vielen Fluren Stiefel, die gründlicher geputzt wurden als im ganzen restlichen Jahr. Am nächsten Morgen soll etwas drin sein. Muss nicht viel sein. Sollte aber nicht nur Zucker sein, denn den liefert der Adventskalender schon zuverlässig.

Kurz gesagt

Drei bis vier Kleinigkeiten reichen: etwas zum Naschen (Mandarine, Nüsse, ein Stück Schokolade), etwas zum Spielen oder Basteln und etwas für die dunklen Nachmittage. 5 bis 15 Euro pro Kind sind ein guter Rahmen. Ein kurzer Brief vom Nikolaus beeindruckt oft mehr als alles andere im Stiefel.

Was gehört traditionell in den Stiefel?

Der Brauch geht auf Nikolaus von Myra zurück, einen Bischof aus dem 4. Jahrhundert. An seinem Gedenktag, dem 6. Dezember, werden Kinder beschenkt. Früher hieß das: Äpfel, Nüsse, Mandarinen, vielleicht ein Lebkuchen. Das ist immer noch eine gute Grundausstattung. Ein Stiefel, in dem eine Mandarine liegt, sieht sofort nach Nikolaus aus.

Dazu kommen ein oder zwei Kleinigkeiten, die nicht gegessen werden. Die Ideen unten sind nach Alter sortiert, die Grenzen sind aber weich. Ein Siebenjähriger freut sich auch über Badekreide.

Für Kinder von 2 bis 4 Jahren

1. Ein Mini-Bilderbuch

Bücher im Kleinformat passen in jeden Stiefel und überleben auch das Frühstück. Gut sind Geschichten, die man in fünf Minuten vorlesen kann.

2. Dicke Wachsmalblöcke

Liegen gut in kleinen Händen und brechen nicht sofort. Dazu ein paar Blätter mit Sternen oder Tannenbäumen zum Ausmalen.

3. Badekreide oder Badefarbe

Macht aus dem Abendbad ein Ereignis. Hilft besonders in Familien, in denen das Baden sonst verhandelt werden muss.

4. Kuschelsocken mit Antirutsch-Noppen

Praktisch und trotzdem ein Geschenk, wenn ein Rentier drauf ist.

5. Eine Fingerpuppe

Eignet sich für lange Gespräche beim Zähneputzen. Die Fingerpuppe darf dabei ruhig strenger sein als die Eltern.

Wichtig bei Kindern unter drei: Keine Kleinteile in den Stiefel. Spielzeug mit dem Hinweis „Nicht geeignet für Kinder unter 36 Monaten“ bleibt draußen, auch wenn es noch so niedlich ist.

Für Kinder von 5 bis 7 Jahren

6. Ein Sticker- oder Rätselheft

Füllt die Wartezeit beim Arzt, im Zug und am Heiligabend-Nachmittag.

7. Eine kleine Stirnlampe

Für Höhlen aus Bettdecken und für Bücher, die man eigentlich nicht mehr lesen dürfte.

8. Ausstechformen mit Gutschein

Zwei, drei Formen und ein selbst geschriebener Gutschein: „Wir backen zusammen Plätzchen, und du darfst den Teig probieren.“

9. Ein Kartenspiel

Quartett, Memo oder ein einfaches Stichspiel. Klein, günstig, und es holt die Familie an den Tisch.

10. Knete in Winterfarben

Weiß, Silber, Rot. Daraus werden Schneemänner, Plätzchen und später leider auch Flecken im Teppich.

Für Kinder von 8 bis 10 Jahren

11. Ein Zaubertrick

Ein einzelner Trick mit Anleitung reicht. Bis Weihnachten ist er einstudiert und wird bei der Familienfeier vorgeführt. Mehrfach.

12. Ein Geheimschrift-Stift

Schreibt unsichtbar, das kleine UV-Licht macht die Schrift sichtbar. Perfekt für Botschaften an Geschwister.

13. Ein Notizbuch mit Schloss

Ab diesem Alter wird Privatsphäre wichtig. Ein Schloss zeigt: Wir nehmen das ernst.

14. Kressesamen und ein Eierbecher

Kresse keimt in wenigen Tagen auf der Fensterbank. Ein kleines Experiment für die dunkle Jahreszeit, das man danach aufs Brot legen kann.

15. Ein Erlebnis-Gutschein

Eine Stunde länger aufbleiben, einmal Schlittschuhlaufen, ein Kinoabend nur zu zweit. Kostet wenig und wird oft am längsten erinnert.

Der Brief vom Nikolaus

Ein Zettel im Stiefel macht aus ein paar Kleinigkeiten eine Geschichte. Er muss nicht lang sein. Wichtig ist, dass etwas drinsteht, das nur euer Kind betrifft: etwas, das es dieses Jahr gelernt hat, oder etwas, das ihm schwergefallen ist und das es trotzdem geschafft hat.

Zum Beispiel so:

„Liebe Ida, ich habe gehört, dass du jetzt allein Fahrrad fährst. Und dass du deinem kleinen Bruder beim Anziehen hilfst, auch wenn er dabei ziemlich zappelt. Das hat mich sehr gefreut. Für die langen Abende habe ich dir eine Lampe dagelassen. Bitte nicht zu lange lesen. Dein Nikolaus“

Lob ja, Ermahnungen eher nicht. Ein Brief, der aufzählt, was schiefgelaufen ist, verdirbt den Morgen. Wer mag, lässt den Nikolaus noch an den Wunschzettel erinnern. Dazu haben wir eine Wunschzettel-Vorlage zum Ausdrucken.

Was nicht in den Stiefel muss

  • Große Geschenke. Nikolaus ist nicht Weihnachten. Wer am 6. Dezember groß auffährt, setzt die Messlatte für den 24. ziemlich hoch.
  • Spielzeug, das Lärm macht. Sie werden es bis Silvester hören.
  • Nur Süßigkeiten. Zwischen Adventskalender, Kita-Feier und Oma kommt im Dezember genug Zucker zusammen.

Gleich viel für Geschwister?

Nicht unbedingt gleich viel, aber gleich gut sichtbar. Kinder zählen Gegenstände, keine Euro. Wenn ein Stiefel praller aussieht als der andere, gibt es Streit, egal was drin ist. Ein Trick: In jeden Stiefel gleich viele Teile legen, auch wenn eines davon nur eine Mandarine ist.

Buchcover „Pelle und die verlorenen Wunschzettel“ von Mara Lichtenau

Passt in den Stiefel

Ein Rätsel-Adventskalender zum Vorlesen: In der Nacht zum 1. Dezember fliegen alle Wunschzettel aus dem Weihnachtspostamt, und der Wichtel Pelle braucht Hilfe. Jeden Tag eine kurze Geschichte, ein Bilderrätsel und eine kleine Familienidee. Für Kinder ab 5. Wer den Kalender erst am Nikolausmorgen bekommt, liest die ersten Kapitel einfach am Wochenende nach.

Häufige Fragen

Wann stellt man den Nikolausstiefel raus?

Am Abend des 5. Dezember. Am Morgen des 6. Dezember, dem Gedenktag des heiligen Nikolaus, ist der Stiefel gefüllt.

Wie viel Geld gibt man für den Nikolausstiefel aus?

Eine feste Regel gibt es nicht. 5 bis 15 Euro pro Kind sind ein Rahmen, mit dem der Stiefel voll aussieht, ohne mit Weihnachten zu konkurrieren.

Was kann man in den Nikolausstiefel tun außer Süßigkeiten?

Ein kleines Buch, Malsachen, Badekreide, ein Kartenspiel, eine Stirnlampe oder einen Gutschein für ein gemeinsames Erlebnis. Dazu Mandarinen und Nüsse, wie früher.

Was schreibt der Nikolaus in seinen Brief?

Etwas Persönliches, das euer Kind dieses Jahr geschafft hat. Ein bis drei Sätze reichen. Lob wirkt besser als Ermahnungen.

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