Advent & Weihnachten
Das erste Weihnachten mit Baby: Was wirklich zählt, und was ihr streichen dürft
von Mara Lichtenau · November 2026
Das erste Weihnachten mit Baby stellt man sich vor wie eine Werbung: Kerzenschein, ein friedlich schlummerndes Kind im Strickpulli, glückliche Großeltern. In Wirklichkeit gibt es auch Kerzenschein. Und ein Kind, das um 17 Uhr beschließt, dass heute ein guter Tag für Bauchweh ist.
Kurz gesagt
Ein Baby braucht zu Weihnachten keine Geschenke, keine Bescherung und kein Festessen. Es braucht seine Eltern, seinen Rhythmus und möglichst wenig Trubel. Plant höchstens einen Besuch pro Tag, verteidigt die Schlafzeiten und streicht alles, was nur Stress macht. Das Baby merkt es nicht, die Eltern schon.
Das Baby wird sich nicht erinnern. Ihr schon.
Das ist die gute und die schlechte Nachricht. Euer Baby wird von diesem Weihnachten nichts behalten. Es muss also nichts perfekt werden. Ihr aber werdet euch erinnern: an die Nacht, in der ihr um drei Uhr mit einem schreienden Kind unter dem Weihnachtsbaum gesessen habt, oder an den Nachmittag, an dem endlich mal alle Ruhe hatten. Was davon hängen bleibt, könnt ihr ein bisschen beeinflussen.
1. Besuche: weniger ist mehr
Das erste Weihnachten ist für Großeltern, Tanten und Paten ein Großereignis. Alle wollen das Baby sehen, halten, fotografieren. Das ist schön und gleichzeitig der Hauptgrund, warum frischgebackene Eltern am 27. Dezember erschöpfter sind als vorher.
- Höchstens ein Besuch pro Tag. Lieber drei ruhige Tage als ein Marathon.
- Lasst die anderen kommen. Mit Baby durch die Republik zu fahren ist möglich, aber anstrengend. Wer das Baby sehen will, darf den Weg auf sich nehmen.
- Zeiten vorher absprechen. „Wir freuen uns auf euch, von 15 bis 17 Uhr.“ Klingt streng, rettet aber den Abend.
- Eine Aufgabe für jeden Gast. Wer kommt, bringt Essen mit, räumt die Spülmaschine aus oder geht mit dem Kinderwagen eine Runde. Mehr dazu: Besuch nach der Geburt.
2. Den Rhythmus verteidigen
Babys interessieren sich nicht für Feiertage. Wenn um 18 Uhr Schlafenszeit ist, ist um 18 Uhr Schlafenszeit, auch wenn gerade das Essen aufgetragen wird. Ihr müsst das nicht dogmatisch durchziehen. Aber jeder ausgelassene Schlaf kommt in der Nacht zurück, meistens mit Zinsen.
Praktisch heißt das: Bescherung und Essen so legen, dass sie in eine Wachphase passen. Oder das Baby schläft im Nebenzimmer, und ein Erwachsener hat Babyfon-Dienst. Wer zuerst aufsteht, um nachzuschauen, darf beim Nachtisch zuerst zugreifen.
3. Geschenke fürs Baby: wirklich nötig?
Ehrlich gesagt: nein. Ein Baby freut sich über Geschenkpapier mehr als über das, was drin ist. Wenn ihr trotzdem etwas schenken wollt, sind diese Dinge sinnvoller als das zehnte Kuscheltier:
- Ein Fotobuch vom ersten Jahr, das ihr später gemeinsam anschaut.
- Ein Brief an das Kind, den es mit 18 öffnen darf.
- Ein Pappbilderbuch, das ihr ab jetzt jedes Jahr an Weihnachten vorlest.
- Für die Großeltern als Tipp: lieber ein Sparbuch oder eine Spende für Kleidung in der nächsten Größe als noch ein Spielzeug.
Und wer sich das größte Geschenk machen will, schenkt sich gegenseitig eine Nacht durchschlafen. Abwechselnd. Das ist kein Witz, das ist der wertvollste Gutschein des Jahres.
4. Sicherheit rund um Baum und Plätzchen
- Kerzen. Echte Kerzen nur unter Aufsicht und außerhalb der Reichweite. Spätestens, wenn das Baby krabbelt, ist eine Lichterkette entspannter.
- Baumschmuck. Glaskugeln und Lametta gehören nach oben. Was unten hängt, landet im Mund.
- Plätzchen und Lebkuchen. Nicht für Babys. Viele Lebkuchen enthalten Honig, und Honig sollen Babys im ersten Lebensjahr nicht bekommen.
- Pflanzen. Weihnachtssterne und Mistelzweige gehören nicht in Reichweite von Kindern.
Was ihr dieses Jahr streichen dürft
Eine Liste zum Ausdrucken und an den Kühlschrank Hängen. Alles hier ist erlaubt:
- Plätzchen backen. Gekaufte schmecken auch.
- Weihnachtskarten. Ein Foto in der Familien-Chatgruppe reicht.
- Das große Festessen. Raclette ist auch ein Festessen.
- Die Fahrt zu allen Verwandten am selben Tag.
- Ein perfekt dekoriertes Wohnzimmer. Das Baby findet die Lampe genauso spannend wie den Baum.
- Das schlechte Gewissen darüber.
Und wenn es trotzdem chaotisch wird
Dann wird es chaotisch. Das Baby weint beim Familienfoto, Oma hat eine Meinung zum Stillen, und um 21 Uhr schlafen beide Eltern auf dem Sofa ein, bevor die Bescherung vorbei ist. Das ist kein misslungenes Weihnachten. Das ist ein ziemlich normales erstes Weihnachten mit Baby. In ein paar Jahren erzählt ihr es als lustige Geschichte. Versprochen.
Wer gerade erst mittendrin ist, findet mehr Hilfe in Die ersten Wochen mit Baby und in Was man frischgebackenen Eltern sagt.
Für frischgebackene Eltern
Schläft es schon durch?
Ein humorvolles Buch für alle, die gerade ein Baby bekommen haben oder jemanden kennen, der das hat. Als Geschenk unter dem Baum für frischgebackene Eltern ehrlicher als jedes Ratgeberbuch.
Häufige Fragen
Muss man einem Baby zu Weihnachten etwas schenken?
Nein. Ein Baby erinnert sich nicht daran und braucht nichts. Sinnvoll sind Erinnerungsgeschenke wie ein Fotobuch oder ein Brief, den das Kind später liest.
Wie viele Besuche sind beim ersten Weihnachten mit Baby sinnvoll?
So wenige wie möglich. Ein Besuch pro Tag mit fester Uhrzeit ist ein guter Rahmen, damit der Rhythmus des Babys nicht durcheinandergerät.
Darf ein Baby Lebkuchen oder Plätzchen essen?
Nein. Viele Lebkuchen enthalten Honig, und Honig sollen Babys im ersten Lebensjahr nicht bekommen. Plätzchen sind zu süß und oft zu hart.
Was schenkt man frischgebackenen Eltern zu Weihnachten?
Zeit und Entlastung: gekochtes Essen, Babysitting, einen Gutschein für ein paar Stunden Schlaf. Mehr Ideen in unserem Artikel zum Geschenk zur Geburt für die Mama.
Weiterlesen im Ratgeber
- Geschenk zur Geburt für die Mama: 10 Ideen, die wirklich helfen
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