Geschenkideen

Tablet für Oma einrichten: Die Checkliste, bevor es unter den Baum kommt

von Hans-Christian Squentz · November 2026

Ein Tablet für Oma ist ein schönes Geschenk. Es ist auch der Anfang von ungefähr vierzig Telefonaten im Januar. Wie viele es am Ende werden, entscheidet sich nicht am 24. Dezember, sondern ein paar Tage vorher, an deinem Küchentisch. Ich spreche aus Erfahrung.

Kurz gesagt

Richte das Tablet komplett ein, bevor du es verpackst: Konto anlegen, WLAN-Daten notieren, Schrift groß stellen, Startbildschirm auf vier bis sechs Apps reduzieren, Videoanruf mit der Familie testen und alle Zugangsdaten auf ein Blatt Papier schreiben. Dann ist es ein Geschenk und kein Bausatz.

Vorher: Was du klären solltest

  • Wofür soll es sein? Videoanrufe mit den Enkeln, Fotos anschauen, Zeitung lesen, Rezepte? Die Antwort entscheidet, welche Apps drauf kommen. Alles andere kommt runter.
  • Gibt es WLAN? Klingt banal, ist es nicht. Wenn bei Oma kein WLAN existiert, ist das Tablet ein sehr teurer Bilderrahmen. Dann brauchst du entweder einen Internetanschluss oder ein Tablet mit SIM-Karte.
  • Welches System nutzt die Familie? Wenn alle anderen dasselbe System haben, ist Hilfe am Telefon leichter. Du weißt dann, wo die Knöpfe sind, ohne das Gerät zu sehen.

Die Checkliste: Einrichten vor dem Verpacken

1. Konto anlegen und Daten aufschreiben

Lege das Konto mit Oma zusammen an oder mit ihrer Zustimmung. E-Mail-Adresse, Passwort und Wiederherstellungsdaten kommen auf ein Blatt Papier, das bei ihren wichtigen Unterlagen liegt. Nicht auf einen Zettel am Tablet.

2. WLAN verbinden

Verbinde das Tablet schon bei dir mit Omas WLAN-Namen und Passwort, falls du die Daten hast. Sonst: Die Daten stehen meist auf der Rückseite des Routers. Fotografiere sie, das spart später einen Anruf.

3. Schrift und Symbole vergrößern

In den Einstellungen unter Anzeige oder Bedienungshilfen lassen sich Schriftgröße und Darstellung anpassen. Lieber eine Stufe zu groß als zu klein. Niemand hat sich je beschwert, dass er etwas zu gut lesen kann.

4. Den Startbildschirm aufräumen

Vier bis sechs Apps auf dem ersten Bildschirm. Der Rest kommt in einen Ordner oder wird gelöscht. Jedes zusätzliche Symbol ist eine zusätzliche Möglichkeit, sich zu verlaufen.

5. Videoanruf einrichten und testen

Die Familie als Kontakte mit Foto anlegen, damit Oma auf ein Gesicht tippt statt auf einen Namen. Dann einmal mit jemandem aus der Familie testen. Ein Anruf, der beim ersten Mal klappt, wird wiederholt.

6. Benachrichtigungen ausschalten

Jede App will etwas melden. Lass nur die Benachrichtigungen an, die wirklich wichtig sind, zum Beispiel für Anrufe und Nachrichten. Alles andere führt zu Anrufen bei dir: „Da steht was, muss ich da drücken?“

7. Automatische Updates einschalten

Updates schließen Sicherheitslücken. Wenn sie automatisch laufen, muss niemand daran denken und niemand erschrickt vor einer Meldung.

8. Fotos teilen

Ein gemeinsames Familienalbum, in dem alle Fotos hochladen, ist für viele Großeltern der eigentliche Grund für das Tablet. Richte es vorher ein und lade schon ein paar Bilder hoch, damit es beim Auspacken etwas zu sehen gibt.

9. Eine Hülle mit Ständer

Ein Tablet, das von allein steht, wird öfter benutzt. Und eine stabile Hülle verzeiht den Sturz vom Sofatisch.

Schutz vor Betrug: Das gehört dazu

Mit dem Tablet kommen auch Nachrichten von Leuten, die es nicht gut meinen. Ein paar Regeln, die du am besten gemeinsam besprichst und aufschreibst:

  • Niemand von der Bank, der Polizei oder einem Paketdienst fragt per Nachricht nach Passwörtern oder Codes.
  • Nachrichten nach dem Muster „Hallo Mama, das ist meine neue Nummer“ sind ein bekannter Betrugstrick. Im Zweifel unter der alten Nummer zurückrufen.
  • Links in unerwarteten Nachrichten nicht antippen.
  • Lieber einmal zu oft bei dir nachfragen als einmal zu wenig. Diese Regel kostet dich Zeit. Sie ist es wert.

Nach der Bescherung: Die erste Stunde

Plane am ersten Feiertag eine Stunde ein, in der ihr das Tablet gemeinsam benutzt. Nicht du, sondern Oma tippt. Das ist schwer auszuhalten, aber nur so bleibt etwas hängen. Hilfreich ist eine Seite auf Papier mit drei Dingen: wie man das Tablet einschaltet, wie man jemanden anruft und wie man zurück zum Startbildschirm kommt.

Und dann kommt der Januar. Das Telefon klingelt, und die erste Frage lautet: „Kannst du mal kurz draufschauen?“ Du kannst. Aber jetzt nur noch kurz.

Buchcover „Kannst du mal kurz draufschauen?“ von Hans-Christian Squentz

Für den, der es einrichtet

Für alle, die nach der Bescherung zur Familien-Hotline werden: Telefon-Support ohne Bildschirm, Drucker-Einsätze beim Sonntagsbesuch, Support-Bingo, ein Glossar für Eltern-Deutsch und eine Gebührenordnung. Das passende Buch für den, der das Tablet einrichtet.

Häufige Fragen

Welches Tablet eignet sich für Senioren?

Eines mit großem, hellem Bildschirm, das zum System der Familie passt. Dann ist Hilfe am Telefon leichter, weil jemand weiß, wo welche Einstellung liegt.

Was sollte man auf einem Tablet für Oma einrichten?

Konto, WLAN, große Schrift, einen aufgeräumten Startbildschirm, Videoanruf mit den Familienkontakten, automatische Updates und ein gemeinsames Fotoalbum.

Wie schützt man Senioren auf dem Tablet vor Betrug?

Gemeinsam Regeln besprechen und aufschreiben: keine Passwörter oder Codes per Nachricht weitergeben, keine Links in unerwarteten Nachrichten antippen und bei angeblich neuen Nummern von Angehörigen unter der alten Nummer zurückrufen.

Sollte man das Tablet vor dem Verschenken einrichten?

Ja. Ein fertig eingerichtetes Tablet wird benutzt. Eines, das erst eingerichtet werden muss, landet oft in der Schublade.

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